Abdecken, isolieren oder heizen?
Drei Maßnahmen, die oft durcheinandergebracht werden, obwohl sie ganz unterschiedliche Zwecke erfüllen. Die richtige Wahl hängt auch von der gehaltenen Art und vom Standort der Anlage ab. Ein Becken mit Goldfischen, Koi oder Schleien überwintert in gemäßigten Breiten Europas problemlos im Freien ohne jegliche Heizung – vorausgesetzt, es gibt eine tiefe Zone, die nicht durchfriert, in der Größenordnung von 80 cm bis 1 m.
Abdecken ist die einfachste Maßnahme. Eine Plane, ein Vlies oder eine Platte, die über dem Becken liegt, lässt weniger Licht durch, dämpft dadurch die Temperaturschwankungen zwischen Mittag und Nacht und schont so die Fische. Ein weiterer Vorteil – in dieser Jahreszeit oft der wichtigste – ist, dass Laub und Schmutz nicht ins Wasser fallen. Einen nennenswerten Wärmegewinn sollte man davon allerdings nicht erwarten, das ist nicht die Stärke einer Abdeckung.
Isolieren ist vermutlich die beste Option. Werden die Wände und der Boden eines oberirdischen Tanks mit Schaumpaneelen oder Dämmplatten verkleidet, bleibt die bereits gespeicherte Wärme erhalten und die thermische Trägheit des Wasservolumens steigt. Der Effekt wirkt in beide Richtungen: Das Wasser erwärmt sich im Sommer langsamer und kühlt im Winter langsamer ab, was das gesamte System das ganze Jahr über stabilisiert – ohne jeden Energieverbrauch.
Heizen ist in bestimmten Fällen sinnvoll, bleibt aber begrenzt. Es ist kostspielig, aufwendig einzurichten und hängt vollständig von der gehaltenen Art und dem Klima ab. Eine Heizung empfiehlt sich vor allem, um die Saison um einige Wochen zu verlängern – nicht für die Produktion mitten im Winter. Die Dimensionierung richtet sich nach dem Volumen und der angestrebten Temperaturdifferenz, niemals nach dem Bauchgefühl. Unser Ratgeber zu Gewächshäusern und Außenanlagen behandelt diese Abwägungen im Detail.