Beide Systeme verfolgen dasselbe Ziel: das Wasser an die Wurzeln zu bringen, ohne das Laub zu benetzen – doch sie werden auf völlig unterschiedliche Weise gesteuert. Ein Tropfbewässerungssystem gibt ein im Voraus festgelegtes Volumen ab, gesteuert durch eine Zeitschaltuhr oder manuell. Es bewässert also an einem Regentag genauso wie an einem heißen, windigen Tag, es sei denn, man justiert ständig nach. Ein poröser Tontopf gibt nur das ab, was der Boden ihm entzieht – denn die Austrocknung der Erde an der Gefäßwand ist es, die das Wasser nach außen zieht.
Die Tropfbewässerung hat zwei klare Vorteile: Sie deckt große Reihenlängen ab und erfordert kein manuelles Nachfüllen, sobald sie ans Netz angeschlossen ist. Im Gegenzug ist eine gründliche Filterung unerlässlich, da das Verstopfen der Tropfer ihre Hauptschwäche bleibt, und sie verwittert an der Sonne schnell. Der Tontopf kommt ohne Druck und Strom aus, erfordert aber einen Gang mit der Gießkanne und bewässert nur einen begrenzten Bereich um sich herum.
In der Praxis entscheidet die Fläche. Auf wenigen Quadratmetern Gemüsebeet, Kübeln oder Pflanzenkästen gewinnt der Tontopf fast immer. Ab etwa zwanzig Quadratmetern in engen Reihen wird die Anzahl der zu füllenden Tontöpfe lästig, und die Tropfbewässerung hat wieder die Nase vorn. Eine Kombination beider Systeme ist ohne Weiteres möglich, indem man die Tontöpfe für besonders durstige Pflanzen und für Bereiche reserviert, die man weniger im Blick hat.