Das ist das normale Verhalten des Systems am absoluten Limit. Bei starker Sonneneinstrahlung, trockenem Wind und niedriger Luftfeuchtigkeit steigt die Verdunstungsnachfrage schlagartig an, die Wurzeln saugen stärker, der Boden trocknet an der Gefäßwand aus – und die Olla zieht nach. Untersuchungen landwirtschaftlicher Fachstellen zu Wasserverlusten belegen, dass diese drei Faktoren – Einstrahlung, Wind und Luftfeuchtigkeit – deutlich mehr ins Gewicht fallen als die bloße Temperaturanzeige am Thermometer.
Die richtige Antwort darauf ist nicht, in aller Eile weitere Ollas aufzustellen, sondern den Bedarf zu senken. Mulchen Sie die gesamte Fläche rund um die Gefäße großzügig, schattten Sie junge Pflanzen in den intensivsten Stunden mit einem Vlies oder einer umgekehrt platzierten Kiste ab, und verzichten Sie auf jede Bodenbearbeitung, die die Erde für Verdunstung öffnen würde. Füllen Sie die Ollas möglichst abends auf, damit die gesamte Nacht für die Diffusion genutzt werden kann.
Eine ergänzende Oberflächenbewässerung ist während solcher Perioden durchaus berechtigt. Ein langsames Angießen am Fuß der Pflanzen alle zwei bis drei Tage entlastet die Olla, ohne den Nutzen des Systems zu untergraben. Kehren Sie zum normalen Rhythmus zurück, sobald die Hitzewelle abklingt, und nutzen Sie die Gelegenheit, das verbrauchte Volumen zu notieren – das ist Ihr zuverlässigster Anhaltspunkt für die Planung der nächsten Saison.