Licht ist oft wichtiger als Wärme. Der SPES-720-Leitfaden der Virginia Tech beziffert den Lichtbedarf von Salat auf 12 bis 17 Mol Licht pro Quadratmeter und Tag und zeigt, dass eine Zusatzbeleuchtung mit 200 µmol pro Quadratmeter und Sekunde etwa elf Stunden laufen muss, um fünfzehn Mol zu erreichen. Im Dezember auf unseren Breitengraden bleibt ein unbeleuchtetes Gewächshaus deutlich unter diesem Schwellenwert – das erklärt Kulturen, die nicht eingehen, aber auch nicht mehr wachsen.
Heizung und Beleuchtung zu ergänzen hat einen Energiepreis, den man offen betrachten muss. Die Studie von Barbosa et al., 2015 in IJERPH veröffentlicht, maß beim Salat 90 000 kJ pro Kilogramm und Jahr in der Hydroponik unter Gewächshaus gegenüber 1 100 kJ im Freiland – ein Faktor von etwa 82. Der Gewinn bei Wasser und Ertrag wird mit Strom bezahlt.
Die Alternative existiert und ist dokumentiert. Das Loire-Pilotprojekt des SMIDAP wurde in einem 120 m2 großen Kunststofftunnel ganz ohne Heizung und Belüftung betrieben, indem die Arten an die Jahreszeit angepasst wurden: Regenbogenforelle im Winterzyklus, Zander im Sommerzyklus. Die Arten ans Klima anzupassen ist günstiger, als das Klima zu erzwingen.