Beide Mängel befallen junge Blätter und erzeugen eine Chlorose zwischen den Blattadern – daher die ständige Verwechslung. Der Unterschied zeigt sich im Bild. Eisenmangel erzeugt ein kräftiges, teils fast weißes Gelb mit einem feinen, sehr kontrastreichen grünen Adernetz, das an Spitze erinnert. Manganmangel hinterlässt einen blassgrünen, diffusen Schleier mit unscharfen Konturen, oft begleitet von kleinen nekrotischen Punkten auf der Blattspreite.
Das zweite Erkennungsmerkmal ist der pH-Wert. Diese Elemente werden nicht zur gleichen Zeit unlöslich: Eisen fällt zuerst aus, sobald man sich der Neutralität nähert. Nun zielt die Hydroponik auf eine leicht saure Wurzelzone um 6,0 bis 6,5, während ein aquaponisches System eher bei 6,8 bis 7,0 arbeitet, um die nitrifizierenden Bakterien zu schonen. Genau diese bewusste Verschiebung erzeugt Ihre Symptome und erklärt, warum dieselbe Pflanze in reiner Hydroponik besser gedeihen würde.
Das dritte Erkennungsmerkmal ist experimenteller Natur. Korrigieren Sie zuerst den Eisengehalt und beobachten Sie dann nur die danach neu gewachsenen Blätter über zwei bis drei Wochen. Erscheinen sie in sattem Grün, war die Diagnose richtig. Bleiben der blasse Schleier und die Flecken auf diesen neuen Blättern bestehen, sollten Sie Mangan in Betracht ziehen – und dabei zunächst den pH-Wert senken, bevor Sie ein weiteres Produkt zugeben.