Alles hängt von einem einzigen Kriterium ab: der Mobilität des Nährstoffs in der Pflanze. Ein mobiles Element wird aus den älteren Blättern in die jungen Triebe verlagert, sobald es fehlt – die Symptome zeigen sich also unten. Ein immobiles Element bleibt dort, wo es einmal eingelagert wurde – die Symptome zeigen sich oben, an den jüngsten Organen.
In der Praxis weist eine Vergilbung, die bei den jungen Blättern beginnt und bei der die Blattadern deutlich grün bleiben, auf Eisenmangel hin. Eine Vergilbung zwischen den Adern der älteren Blätter deutet auf Magnesiummangel hin. Eine gleichmäßige, allgemeine Vergilbung der alten Blätter, verbunden mit einem deutlichen Wachstumsstopp, weist auf Stickstoffmangel hin. Die Erweiterungsblätter zur Eisenchlorose beschreiben übrigens einen typischen Verlauf, bei dem die Adern schließlich ebenfalls verblassen und sich vor der Nekrose braune Flecken bilden.
In der Aquaponik gibt es noch einen weiteren Anhaltspunkt. Stickstoff ist in einem gut besetzten System selten der limitierende Faktor, da der Großteil des Stickstoffs aus dem Futter ins Wasser gelangt und nur ein kleiner Teil von den Fischen selbst zurückgehalten wird. Zeigt ein gut gefüttertes System stickstoffähnliche Symptome, sollte man daher anderswo suchen – bei der Sauerstoffversorgung der Wurzeln oder bei einem pH-Wert, der die Nährstoffaufnahme blockiert.